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RESTAURIERUNG LÖWENPAVILLON, FELDBACH 2018

Bauherrschaft: Privat
Direktauftrag der kantonalen Denkmalpflege Zürich

In der Seeuferlandschaft beim Weiler Feldbach setzt der mit einem liegenden Löwen bekrönte Säulenpavillon einen pittoresken Akzent. Als frühe Betonskulptur und früher Betonbau, Zeugen der Gewerbeausstellung 1894 in Zürich, haben Löwenfigur und Pavillon in Feldbach kultur- bzw. technikgeschichtliche Bedeutung. Der Pavillon mit Aufgangstreppe und Balustern, stellte einen Leistungsausweis der Zement-Firma E. Borsari, Zollikon, dar. Der Löwe sowie die Adler aus Kunststein warben für die «Steinfabrik Zürich». Die Architekturteile und Bildhauerarbeiten bestanden aus «künstlichem Sandstein».

Indem der eine Löwe auf das Pavillondach gehoben und mitsamt Adler nach Feldbach versetzt wurde, erhielt diese Kombination den Status eines vieldeutigen «Denkmals». Dieses erinnert an die Gewerbeausstellung 1894, an die Pionierzeit der Zementindustrie und nicht zuletzt an den Entwerfer des Löwen und Adlers, den Bildhauer Urs Eggenschwyler, der lange in Zürich wirkte.

Der starker Witterung ausgesetzte Löwenpavillon wurde erstmals in den späten 70iger Jahren leicht saniert. 1997 wurden dann umfangreiche Sanierungsmassnahmen durchgeführt. Neben einer statischen Ertüchtigung wurde der Pavillon damals gründlich gereinigt, wo nötig aufmodelliert und ergänzt.

Nun steht abermals dringend eine Restauration an: In Zusammenarbeit mit verschiedenen Spezialisten wird die materialtechnische Zusammensetzung des ursprünglichen "künstlichen Sandsteins" untersucht. Diese ist aussergewöhnlich feinkörning (reiner Quarz-Sand bis 1 mm mit Rundkorn; Kalk und Zement als Bindemittel) und imitiert damit sehr gut einen Sandstein. Mittels einer Materialkartierung werden alle Mörtelmaterialien, Metallteile und Anstrichreste unterschieden, es wird differenziert zwischen Originalmaterialien und verschiedenen Flickmörteln sowie neueren Betonteilen. Daneben wird anhand einer Schadenskartierung festgehalten wo Risse und Verwitterungsformen auftreten, um die Schadensursachen besser zu verstehen.

Bilder © Kantonale Denkmalpflege Zürich